Adventssonntagsreihe// Weihnachten in Guatemala

Als mich die liebe Ronja fragte, ob ich nicht einen Gastbeitrag zum Thema Weihnachten im Ausland schreiben möchte, freute ich mich sehr, war mir aber auch unsicher. Seit September mache ich einen Freiwilligendienst in einer Musikschule in Guatemala und muss ehrlich zugeben – die Weihnachtsstimmung schleicht eher um mich herum, als sich festzusetzen. Im Orchester haben wir zwar schon im November angefangen, Weihnachtslieder zu spielen, aber die Adventszeit-Atmosphäre die ich in Deutschland so liebe, verspüre ich dieses Jahr kaum. Woran es liegt, kann ich nur schwer beschreiben – vielleicht weil Weihnachten ein Fest ist, dass ich seit ich denken kann immer in der Heimat mit meiner Familie gefeiert habe. Vielleicht kennen das ja noch andere, die schon mal Feiertage im Ausland verbracht haben?
Trotzdem, die Guatemalteken feiern natürlich auch hier Weihnachten – die meisten sind Katholiken oder gehören evangelikalen Gemeinden an. In dem Ort in dem ich wohne, leben auch noch sehr viele indigene Maya-Nachfahren, die meisten haben ihre Traditionen im Laufe der Geschichte aber (gezwungenermaßen) abgelegt und leben nach dem christlichen Glauben. Der religiöse Aspekt an Weihnachten spielt allgemein gesehen wohl noch eine sehr viel größere Rolle als in Deutschland. Daher ist in die Kirche gehen ein Muss und ich durfte selbst bereits miterleben, dass Gottesdienste zu besonderen Anlässen schon mal 3 Stunden gehen können. Beschert wird übrigens an Heiligabend um Mitternacht und nicht wie in Spanien am 6.1., dem Drei-Königs-Tag.



Wie das alles aber genau ablaufen wird, werde ich erst sehen wenn es soweit ist – meine Gastmutter (bzw. eher Gastoma) hat mich und meine beiden deutschen Mitbewohner zu Weihnachten eingeladen, mit ihr in die Hauptstadt zu ihren Geschwistern zu fahren und dort zu feiern. 

Schon im November weihte eine führende Bierfirma den größten Wihnachtsbaum von Guatemala in der Hauptstadt ein, begleitet von einer sehr kitschigen Lichtshow und einem beeindruckendem Feuerwerk. Das Erstaunliche waren aber eher die Menschenmassen, die extra kamen nur um sich dieses Spektakel anzuschauen (inklusive uns)!

Aus Erzählungen weiß ich, dass man sich auch hier Tannen in die Wohnzimmer stellt, jedoch sind diese meistens aus Plastik – Nadelgeruch bleibt also leider aus. 

Als Weihnachtsmarkt hier im Ort könnte man vielleicht ein paar Stände am Hauptplatz bezeichnen, wo man glitzernde Heiligenfigürchen, Weihnachtsmelodien-spielende Blinke-Nikoläuse, Lametta und anderen bunten Baumschmuck erstehen kann. Ja ihr merkt schon, Kitsch mögen die Guatemalteken.  


 Auf dem zentralen Platz steht auch ein riesiger Weihnachtsbaum (na gut, ein Holzgerüst an das Tannenzweige befestigt wurden). Doch wenn es dunkel ist und der Baum beleuchtet, gibt das Ganze vor der grossen Kirche ein schönes Bild ab. Da meldet sich dann ganz leise doch so etwas wie Weihnachtsstimmung. 
 
Um uns ein wenig deutsches Weihnachtsmarkt-Feeling nach Guatemala zu holen, köchelten wir Deutschen vor Kurzem Glühwein. Dieser gelang sogar und unsere einheimischen Freunde waren begeistert. War auch klasse zum Aufwärmen, denn hier im Hochland ist es besonders nachts ziemlich kalt. Also falls jemand von euch ebenfalls grad weit entfernt eines Glühwein-Standes sitzt und friert – dem schicke ich gerne das Chefkoch-Rezept! 
Ansonsten freue ich mich auf das Fest an Heiligabend und bin sehr gespannt, was es zu essen gibt und vor allem, wie die Zeit bis zur Bescherung verbracht wird. Der Bruder meiner Gastmutter trinkt nämlich auch mal so zum Mittagessen mit seinen Freunden ein Gläschen Rum – würde mich wundern, wenn dieser besondere Anlass dafür ungenutzt bliebe. Zur Not servieren wir einfach Glühwein – der geht schliesslich immer!


Nun wünsche ich euch ein schönes Fest, ob in Deutschland, Österreich oder sonst wo auf der Welt – ich finde es ist immer etwas Besonderes.






***

So Marikes Beitrag war jetzt auch der letzte dieser Reihe :). Vielen herzlichen Dank an meine Gastbloggerinnen :)! Wer jetzt noch nicht genug von weihnachtlichen Erzählungen aus an deren Ländern hat dem verlinke ich hier noch zwei tolle Beiträge: Einmal einen Post über Weihnachten in Australien und einmal einen über Spanien :)!
Euch allen noch einen schönen 4. Advent!
Liebe Grüße
Ronja

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  1. Antworten

    Lena Schnittker

    22. Dezember 2013

    Danke für den interessanten post, die Reihe war echt eine tolle Idee! lg Lena

  2. Antworten

    Jasmin S.

    22. Dezember 2013

    Beeindruckend…besonders das erste Bild gefällt mir gut 🙂
    Lg Jasmin (sjasmin.blogspot.de)

  3. Antworten

    Nadja

    23. Dezember 2013

    Hört sich auch mal interessant an!:) Heißen die wirklich Guatemalteken? hört sich ja lustig an^.^ danke für die verlinkung:)
    Sonnige Grüße aus Australien,
    Nadja

  4. Antworten

    Krisi

    11. Januar 2014

    Ein interessanter Post und ich verstehe dich total. Ich wohne derzeit in Kenia, es ist sehr heiss und Weihnachten und Sylvester waren alles andere als gewohnt und die Stimmung fällt einfach aus. Ich denke das liegt zu einem an der anderen Umgebung, dem anderen Wetter und eben das Familie und Freunde fehlen…Ich war eigentlich froh, dass bei mir die Stimmung nicht aufgekommen ist, den da ich mich an Weihnachten nicht weihnachtslich gefühlt habe, war ich auch nicht traurig;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi
    http://excusemebutitsmylife.blogspot.com

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