Adventssonntagsreihe// Weihnachten in Norwegen

Bevor ich gleich Miriam von air bubble zu Wort kommen lassen will, möchte ich euch noch kurz erklären, was euch die nächsten Sonntage erwartet :). An jedem Adventssonntag erzählt hier dann nämlich jemand, der Weihnachten schon mal im Ausland verbracht hat oder verbringen wird über das Weihnachtsfest dort :). Ich finde so etwas immer super spannend und freue mich sehr auf die Gastposts 🙂

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Da ich zur zeit mein Au Pair Jahr in Norwegen verbringe hat mich die liebe Ronja gefragt, ob ich nicht etwas über das Fest der Liebe in Norwegen schreiben kann. Von der Idee war ich sofort begeistert. auch wenn ich Weihnachten dieses Jahr nicht in Skandinavien verbringen werde sondern in Florida.

Norweger stehen total auf Pepperake, wie ihr euch vom Namen vielleicht schon denken könnt ist das Lebkuchen oder auch Pfefferkuchen (gibt es da eigentlich einen Unterschied?). Allerdings schmecken die Plätzchen dann auch wirklich nach Pfeffer, und ich war erst einmal ziemlich perplex als ich in den ersten gebissen habe. Genau wie in Deutschland werden die Plätzchen und Häuser gerne mit den Kindern zusammen gebacken, und so haben Caspar (der kleine Knirps ist zwei Jahre alt) und ich auch schon unser Haus aus fertigem IKEA-Teig zusammen gebaut. Ansonsten kennt man wohl keine Plätzchen, denn die ganze Familie, samt zwei mal Oma und Opa waren total begeistert, über die Auswahl, die ich ihnen auftischte.
Eigentlich wollte ich euch nun Bilder vom wunderschönen verschneiten Oslo präsentieren, aber nein, das Wetter macht mir da einen Strich durch die Rechnung. Bei uns sind die Dächer immer noch nicht weiß bedeckt, und das soll sich leider in den nächsten Tagen auch nicht ändern. Die Tage hier sind wirklich sehr kurz, die Sonne geht um neun auf und um vier Uhr ist es schon wieder stockdunkel, so dass ein bisschen weißer Schnee dem grauen Trübsal ein Ende bereiten könnte. Aber dieses Jahr spielt das Wetter einfach verrückt, deshalb müsst ihr euch mit den wunderschönen Sonnenauf- und- untergangsbildern zufrieden geben. In der Adventszeit wird es hier in Norwegen dann richtig gemütlich. An den Wochenenden sitzt die Familie zusammen, es wird gut gekocht und vor dem Ofen wird genascht. Die Kinder bekommen auch hier einen Adventskalender, entweder aus Schokolade oder selbst befüllt.
Der Nikolaus kommt hier allerdings nicht um die Stiefel der Kinder zu füllen. Nur bei Deutschen Familien, wie meiner, dürfen sich die Kinder am Morgen über Schokolade, Mandarinen und Nüsse in ihren Schuhe freuen.

Ansonsten gibt es keine großen Unterschiede zu der deutschen Adventszeit, man besucht hier Weihnachtsmärkte (die allerdings sehr klein sind), an allen Ecken funkelt und glitzert es, und die komplette Stadt duftet nach guten Essen. Einen Adventskranz besitzt auch fast jede Familie und an den Sonntagen geht man entweder gemeinsam in die Kirche oder genießt die Zeit zusammen bei einem leckeren Essen.

Der Weihnachtsbaum wird dann gemeinsam am 23. Dezember aufgestellt und geschmückt, genauso wie der Rest des Hauses. Dabei wird oft viel Wein getrunken und danach geht man auch gerne noch feiern, eine der Lieblingsbeschäftigungen der Norweger. Am nächsten Morgen wacht man dann verkatert auf, und ersucht gemeinsam ein Frühstück zu genießen (der Part mit dem genießen ist eher ironisch gemeint, da sich alle am liebsten aus dem Weg gehen und nur einen Kaffee trinken). Wenn es allen wieder besser geht wird gekocht und die letzten Geschenke eingepackt. Oft feiert die ganze Familie zusammen, das heißt, Onkel und Tanten, Omas und Opas kommen gerne zu Besuch. Manche Familie gehen in die Kirche, doch das wird hier immer seltener. Zuerst wird dann das leckere Essen gemeinsam weggeputzt, da kann es Fisch, Rentier, Truthahn, Schwein, oder bei denen, die alleine feiern auch gerne mal eine Grandiosa (norwegische Pizza) geben. 

Natürlich darf auch hier der Wein nicht fehlen. Wenn die Mägen dann gefüllt sind geht es leicht beschwipst zum Tannenbaum, wo die Geschenke der Reihe nach gemütlich ausgepackt und bestaunt werden.

Wenn dann kein Geschenk mehr unter dem Weihnachtsbaum zu finden ist wird der Abend gemütlich bei einem Glas (oder vielleicht auch ein paar mehr Gläsern) Wein ausgeklungen. Glücklich und zufrieden gehen alle ins Bett, nur um am nächsten Tag sich oft ins Auto zu setzten und die restliche Verwandtschaft zu besuchen und zu beschenken. Wie ihr sehen könnt, feiern die Norweger auch nicht so viel anders wie wir Weihnachten. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, ein paar Familien fahren auf ihre Hütten in Schweden oder Norwegen um dort die Feiertage zu verbringen. Oder man fährt eben nach Orlando bzw. Miami um dort erst im eigenen Ferienhaus und dann bei Freunden Weihnachten zu feiern! Gleder meg oder auf für euch: ich bin mal gespannt wie das wird, ich kann es kaum noch abwarten in den Flieger zu steigen.
Und nun wünsche ich euch allen GOD JUL!
Liebe Grüße, Miriam
www.air-bubble.de

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Feiert jemand von euch Weihnachten im Ausland? 🙂

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  1. Antworten

    Eva

    8. Dezember 2013

    Danke für deinen netten Kommentar, liebe Ronja.
    Was für eine tolle Idee Weihnachten in anderen Ländern vorzustellen, das finde ich auch richtig spannend. Überhaupt jeden Tag einen Post bis Weihnachten, du bist ja schon ein bisschen verrückt. 😉 Die Rezepte fand ich total klasse, wenn ich dazu komme, wird auf jeden Fall was nachgebacken. Beim Rumstöbern auf deinem Blog ist auch dein Feta im Speckmantel zum Grillen hängen geblieben. Das probiere ich aber sowas von. 😉
    Hab noch eine wunderbare Adventszeit, ich freue mich auf die vielen Weihnachtsideen, die du noch zeigst. Liebste Grüße, Eva

  2. Antworten

    diefahrradfrau

    8. Dezember 2013

    Oh, das ist ja ein Zufall: bei mir gibt´s auch grad nen Beitrag aus Norwegen – da geht´s allerdings um mehr Fahrräder. Aber auf dem letzten Bild hier hab ich ja immerhin auch ein Fahrradschild entdeckt…
    😉
    Liebe Grüße
    Christiane

  3. Antworten

    Marike

    8. Dezember 2013

    Hey finde ich ja super interessant,
    ich mach grad einen Freiwilligendienst in Guatemala und feier Weihnachten mit 2 andern deutschen Mitbewohnern bei unserer Gastfamilie. Hier im Ort gibt es nur ein paar Verkaufsstände mit schrecklichem Baumschmuck (lametta etc) und die Familien stellen sich Plastikbäume ins Haus. So ein bisschen vermisse ich die Adventsstimmung in Deutschland shon.. Um uns ein bisschen Weihnahtsmarktfeeling herzuholen, haben wir Deutschen aber neulich Glühwein selbst gemacht – das war richtig lecker. Besonders nachts ist es hier nämlich ziemlich kalt. Ansonsten bin ich sehr gespannt auf die Feiertage – denn eines hab ich schon gelernt hier, feiern können die Guatemalteken!
    Freu mich schon auf die nächsten Beiträge. 🙂 Liebe Grüße!

  4. Antworten

    Miriam

    8. Dezember 2013

    Ich dachte grad so bei durchscrollen durch meine Blogliste: Warte mal: das bild kennst du 😀
    Vielen lieben Dank ♥

  5. Antworten

    Myri

    9. Dezember 2013

    Ich habe ja schon oft gehört und gelesen das Norwegen wundervoll sein soll, dieser Post hat mir jetzt aber noch mehr Lust darauf gemacht 🙂 Warum kann das denn nicht ums Eck liegen?! 😀
    @Ronja: Deine Antwort auf deine Frage zu meinem Post hab ich dir darunter beantwortet 😉

    Alles Liebe
    Myri

  6. Antworten

    madmoiselle bambini

    9. Dezember 2013

    Ich finde die Idee sehr schön! Freue mich schon auf den nächsten Sonntagspost! ;D
    Liebe Grüße,Sarah

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