Abel Tasman National Park I Great Walk- Tipps für Mehrtageswanderungen

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Es ist ziemlich verdammt einfach von der Couch aus, in Jogginghose und mit einer halb verspeisten Tafel Schokolade neben sich, die den Abend ganz sicherlich nicht überleben wird, drei sogenannte Great Walks 18.369,86 Kilometer und sechs Monate weit weg zu buchen. Aber irgendwann war ich dann in Neuseeland und mein erster Great Walk im Abel Tasman National Park plötzlich nicht mehr sechs Monate, sondern einen Tag entfernt. Und plötzlich wusste ich nicht mehr, ob es wirklich so eine unvergessliche Erfahrung ist fünf Tage lang zu wandern, wo ich doch schon die zwei Stunden Sportunterricht pro Woche in der Schule gehasst hatte. Pech, jetzt hatte ich den Great Walk bezahlt, jetzt würde ich ihn auch laufen.

abel tasman natinal park great walk erfahrung bericht wandern neuseeland. Info: In Neuseeland gibt es neun Great Walks, die allesamt Mehrtageswanderungen sind und als die schönsten des Landes gelten. Die beliebtesten sind oft schon Monate zuvor ausgebucht, andere, wie bespielsweise den Abel Tasman Great Walk kann man auch noch kurzfristig buchen. Das Buchungsverfahren läuft entweder über die DOC-Webseite oder vor Ort. Für den Great Walk an sich muss man nichts bezahlen, aber für die Unterkünfte. Man hat die Wahl zwischen Hütten, die recht schnell ausgebucht sind, und Stellplätzen für Zelte. Vor dem Buchen lohnt es sich definitiv einen Blick in die Broschüren des jeweiligen Great Walks zu werfen, hier werden nämlich geschätzte Wanderzeit, Hütten, Zeltplätze und Kilometer aufgelistet, dann muss man selber abschätzen, wie viel Strecke man an einem Tag zurücklegen kann beziehungsweise möchte. Normalerweise hat man nicht besonders zahlreiche Auswahlmöglichkeiten, auf dem Abel Tasman Great Walk gibt es jedoch verhältnismäßig viele Zeltplätze, so dass man besonders flexibel ist.

abel tasman natinal park great walk erfahrung bericht wandern neuseeland.Wie gesagt, ist man beim Abel Tasman Great Walk ganz besonders flexibel, was die Unterkünfte angeht, ich habe mich für diese entschieden: Anchorage Campsite, Tonga Quarry, Totaranui Campsite und Whariwharangi Bay Campsite. Ich habe mich bewusst gegen die empfohlene Streckeneinteilung entschieden und bin damit rückblickend auch sehr glücklich. Theoretisch hätte ich die letzten zwei Etappen auch an einem Tag gut schaffen können, aber da man durch das Buchen im Voraus leider nicht mehr ganz so flexibel ist, habe ich den Track dann wie geplant innerhalb von fünf Tagen gemacht. Der Abel Tasman Coast Track gilt als einer der einfachsten Great Walks, weil man nicht so viele Höhenmeter überwinden muss, allerdings muss ich sagen, dass er mir von allen dreien, die ich gemacht habe persönlich am schwersten fiel, aber dazu gleich mehr bei meinen Tipps für Mehrtageswanderungen.

abel tasman natinal park great walk erfahrung bericht wandern neuseeland.Insgesamt war der Great Walk definitiv eine sehr positive Erfahrung, die Strände sind wunderschön und durch die Tatsache, dass sie oft nur per Boot oder eben zu Fuß zu erreichen auch ziemlich leer. Die schönste Strecke ist sicherlich die erste Etappe, auch der Grund, weshalb ich den Abel Tasman Great Walk sehr gut als Tagesausflug empfehlen kann. Man läuft dann nur bis Anchorage und kann sich dann von einem Wassertaxi abholen lassen.

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Tipps für Great Walks

1.Nimm nicht dein gesamtes Gepäck mit

Dieser Tipp sollte eigentlich ziemlich selbstverständlich sein, dennoch soll es ja Menschen geben, die trotzdem meinen ihren gesamten Rucksackinhalt samt Essen für fünf Tage mitnehmen zu müssen (aka ich). Macht es nicht! Die Tatsache, dass ich den Great Walk mit einem großen Backpack auf dem Rücken und einem prall gefüllten Tagesrucksack vorne gewandert bin, ist sicherlich der ausschlaggebendsten Grund, weshalb mir dieser Great Walk am schwersten gefallen ist.

2. Nimm leckeres Essen mit

Es gibt ja Menschen die Mehrtageswanderungen mit dutzenden Packungen Tütensuppe angehen und das nicht mal schlimm finden. Ich allerdings finde das sehr, sehr schlimm. Wenn ich schon den ganzen Tag wandere, dann möchte ich bitte wenigstens etwas leckeres zu Essen haben, deswegen hatte ich viele TimTams im Gepäck, die ich allerdings schon innerhalb der ersten zwei Tagen verspeisen „musste“, weil sie schnell und ziemlich sicher weggeschmolzen sind. Gut, dass mein Erdnussbuttervorrat sich wacker gehalten hat. Ansonsten im Gepäck: Haferflocken, Äpfel, Joghurt und Bananen (nur semi-geeignet, da nicht sehr robust). Da ich keinen Campingkocher hatte, musste ich mir irgendetwas einfallen lassen, was man nicht kochen muss, meine Lösung: Wraps. Eignen sich perfekt und man sie sehr gut mit Paprika, Mais und Knoblauch-Joghurt-Soße essen oder auch mal süß mit Erdnussbutter und Bananen.

3. Regenhülle nicht vergessen

Gerade in Neuseeland ist Regen keine Seltenheit und nichts ist blöder, als wenn man die letzten Stunden durch Regen gewandert ist und auch noch feststellen muss, dass sowohl Schlafsack und Zelt durchgeweicht sind. Das ist mir zum Glück und zur Abwechslung nicht passiert, weil ich auf sehr dringliches Raten der netten Dame im DOC-Zentrum dann doch so eine überdimensionale gelbe Mülltüte für acht Dollar gekauft habe. Bereut habe ich es definitiv nicht.

4. Übernachte auf den kleineren Zeltplätzen

Dieser Tipp ist speziell für den Abel Tasman Great Walk, wie gesagt, gibt es hier besonders viele Möglichkeiten zu übernachten und die Zeltplätze sind sehr unterschiedlich groß, manchmal gibt es 50 Stellpätze, manchmal gerade einmal zehn. Mir persönlich hat der Tonga Quarry Campsite sehr gut gefallen, hier finden nicht besonders viele Zelte Platz, man übernachtet nur wenige Meter vom Meer entfernt und hat morgens den schönsten Ausblick überhaupt, wenn man das Zelt öffnet. Noch dazu ist die Atmosphäre eine ganz andere, wenn man nur mit einer Handvoll Menschen irgendwo im Nirgendwo zeltet.

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Ganz zum Schluss kann ich euch den Abel Tasman National Park wirklich ans Herz legen, finde aber, dass, wenn man nur Zeit für einen Great Walk hat, der Kepler oder vor allem Routeburn Track für mich noch reizvoller waren, aber dazu dann in den kommenden Wochen mehr. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich die Wanderungen damals von meiner Couch aus gebucht habe.

Liebe Grüße,

Ronja

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  1. Antworten

    heike

    28. Juni 2017

    Liebe Ronja, köstlich, ich bin sehr stolz eine so reise- und wanderfreudige Tochter zu haben:-)Kuss Mama

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