Wenn auf Reisen alles schief läuft

Fast jede Woche kam nun eine Reisebeitrag von mir online, in dem ich erzählt habe, was ich auf meiner Reise durch Neuseeland, Australien und Vietnam erlebt habe. Ich habe eine Bootstour durch die Whitsunday Islands gemacht, bin in Queenstown aus einem Flugzeug gesprungen, bin bei Sonnenaufgang durch den Kings Canyon gewandert und hatte wunderschöne Ausblicke auf die Reisterrassen in Sapa. Kurz: Ich hatte eine großartige Zeit. Während ich die Beiträge über meine Reise verfasst habe, habe ich mich immer bemüht sie sehr authentisch zu schreiben, zu erwähnen, wenn etwas blöd war oder so ganz und gar nicht, wie ich es mir erhofft hatte. Trotzdem finde ich, dass man schnell den Eindruck bekommt, dass auf meiner Reise alles nur Friede, Freude, Eierkuchen war und ich das perfekte Leben hatte. Aber das war es nicht, wie im normalen Alltag gibt es auch auf einer langen Reise Momente, die einfach nur richtig blöd sind und Tage, die man möglichst schnell hinter sich bringen möchte. Manchmal ist es nur der Regen, der einfach nicht aufhören will zu fallen oder die Sandfliesbisse, die nicht aufhören wollen zu jucken, aber manchmal sind es auch deutlich schlimmere Momente. Was meine drei blödsten Momente auf der Reise waren, erfahrt ihr nun. Vorab: Ich bin sehr dankbar, dass ich nie in eine wirklich brenzliche Situation gekommen bin, ich weder bestohlen noch krank geworden bin, aber trotzdem gibt es halt diese Momente, die eigentlich niemand braucht (oder vielleicht doch?). Und noch etwas: Mit diesem Beitrag bezwecke ich ganz und gar nicht eure Reiselust zu mildern, sondern einfach nur zu zeigen, dass auch wenn es vielleicht auf meinen Bildern so aussieht, meine Reise war nicht perfekt.

wenn auf reisen alles schief läuft schlechte negative erfahrungen

Der Adapter

Wenn ich an diese Geschichte denke, muss ich eigentlich nur den Kopfschütteln. Es ist mein erster Tag in Sydney, der Akku meines Handys beträgt 11 Prozent und mein eigener irgendwie auch. In mir herrscht eine Mischung tausender Gefühlen, Ungläubigkeit endlich dort zu sein, wo ich schon seit Jahren hin wollte, Müdigkeit nach zwei langen Flügen, Freude auf die nächsten vier Monate. Als ich in mein Hotelzimmer einchecke, ist mein Plan mein Handy kurz aufzuladen, mich etwas auszuruhen und dann Sydney noch etwas zu erkunden. Ich packe also meinen Universaladapter aus, der angeblich für  150 Ländern, Australien inbegriffen, gilt und will in einstecken, blöd nur, dass er nicht passt. Er hat die Form eines Adapters, den man für England benötigt (zwei parallele Striche), aber wenn ich die Steckdosen in meinem Zimmer betrachte, sehe ich das hier. Mittlerweile beträgt mein Akku nur noch 9% und ich bemerke, dass mein Hotel kein Wifi besitzt und ich auch keine australische SIM-Karte. Normalerweise bin ich niemand, der besonders viel auf sein Handy setzt, aber ich muss noch meiner Airbnbvermieterin für den nächsten Tag schreiben, überhaupt die Adresse des Airbnbs herausfinden und bestenfalls auch, wie ich dort hinkomme. Außerdem wäre es ganz nett, wenn ich jemandem Bescheid geben könnte, dass ich gut in Australien gelandet bin. Ohne Internet schwierig und ohne Akku noch schwieriger. Ich weiß noch, wie verzweifelt ich war und im Nachhinein frage ich mich wirklich warum. Jedenfalls komme ich dann endlich auf die Idee an der Rezeption nach einem Adapter zu fragen, die, oh Wunder, einen haben. Akku-Problem gelöst, fehlt nur noch das Internet. Angeblich gibt es ja bei McDonalds und Starbucks immer freies Internet, in Sydney jedoch irgendwie nicht. Schließlich finde ich ganz zufällig, als ich mir etwas Wasser in einem Einkaufszentrum kaufen will, Wifi. Gegenüber von meinem Hotel. Und am nächsten Morgen finde ich dann ganz nebenbei heraus: Die Teile in meinem Adapter kann man drehen, so dass sie in die australische Steckdose passen, denn dieses Mittelteil der australischen Steckdosen wird meisten überhaupt nicht gebraucht.

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Weihnachten oder auch: Meine Kamera geht kaputt

Die Zeit um Weihnachten ist eine meiner liebsten Zeiten im ganzen Jahr und schon vor meiner Reise fand ich es etwas Schade, dass es für mich 2016 kein klassisches Weihnachten geben würde, aber dafür hatte ich eben einen zweiten Sommer in Neuseeland. Die Adventszeit in Neuseeland verdrängte ich also mehr oder minder, was nicht schwer ist, wenn man sonst einstellige Temperaturen um Weihnachten herum gewöhnt ist und nun im T-Shirt durch die Weltgeschichte läuft. Für Heiligabend selber hatte ich auch gar nichts geplant und mich nur mit ziemlich viel Christmas Cake eingedeckt und auf den 25. Dezember hatte ich ohnehin den Start des Kepler Tracks gelegt. Und dann wäre dieses Weihnachten zwar nicht in das schönste meines Lebens, aber einfach ein ganz normaler Tag mit besonders viel Christmas Cake. Ein bisschen traurig war ich natürlich schon, aber ich verdrängte das ziemlich effektiv, zumindest bis am Morgen des 24. meine Kamera nicht mehr anging. Meine Kamera, die mehrere tausend Euro wert war und mit der ich auch gerne noch die nächsten zwei Monate meiner Reise fotografieren und filmen wollte. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie wundervoll mein Weihnachten war und die Tage danach. Dauernd musste ich irgendetwas für meine Kamera regeln, erst sollte sie in Neuseeland repariert werden und ich gab sie in Dunedin in einem Kamerageschäft ab und reiste nur mit der schlechtesten Handykamera überhaupt. Dann stellte sich heraus, dass ganz Canon anscheinend für den Rest meiner Reise Betriebsferien hat. Mittlerweile war ich bei Freunden auf der Nordinsel und machte ab, dass der Kameraladen die Kamera einfach unrepariert dorthin schicken sollten, was sie innerhalb von zwei Wochen nicht schafften und sie schließlich nach Absprache nach Auckland schickten, wo ich sie vor meinem Weiterflug nach Vietnam abholte. So die (trotzdem lange) Kurzfassung. Für manche mag es vielleicht (abgesehen vom Wert der Kamera) nicht so schlimm sein, wenn man plötzlich keine gute Kamera mehr hat. Aber wenn ihr gerne Fußball spielt, stellt euch einfach vor, ihr habt die Erlaubnis für eine begrenzte Zeit auf dem tollsten Rasen in dem tollsten Stadium überhaupt zu spielen und nach der Hälfte der Zeit geht euer Ball kaputt. Oder das gleiche für Menschen, die gerne kochen und plötzlich keine Töpfer mehr haben. Die Vergleiche hinken vielleicht ein bisschen, aber möglicherweise könnt ihr so meine Situation etwas besser nachvollziehen. Es ist einfach echt richtig blöd. In Auckland habe ich mir dann wenigstens für Vietnam eine gebrauchte Kamera gekauft, die zwar nicht filmen konnte (deshalb auch leider kein Vietnam Video), aber immerhin schönere Bilder machte als mein S2 Galexy. Rückblickend ist das auch die einzige Situation, in der ich mich zurecht richtig aufgeregt habe.

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Mein nichtvorhandenes Visum

Es ist der Moment, in dem der Pilot sagt, dass wir bevor wir von Auckland nach Taipei fliegen noch in Sydney halt machen und von dort aus dann weiterfliegen, in dem es mir eiskalt wird. Eigentlich ist es nichts unnormales, es steigen einfach ein paar Fluggäste aus und ein paar neue ein. Auf dem Hinflug von Dubai nach Sydney über Bangkok hatte ich das auch schon, das Problem ist nur, ich wusste es nicht. Und ich habe kein Visum für Australien, beziehungsweise ist meins, was ich für meine sechs Wochen in Australien (es gilt aber länger) beantragt habe seit neun Tagen abgelaufen. Normalerweise ist das kein Problem, denn in den meisten Fällen bekommt man ganz automatisch ein Transitvisum und muss nicht extra eines beantragen, so wie damals in Bangkok. Aber ich habe ein Gespräch mit einer Freundin im Hinterkopf, die erzählt, das ein Bekannter extra für einen solchen Stopp ein extra Visum für Australien beantragen musste. Ich bekomme Panik und sehe mich schon im Flughafengefängnis (ich weiß, sehr dramatisch) von Sydney sitzen und meinen teuren Flug nach Hanoi über Taipei ohne mich fliegen. Ich frage, die Stewardess, ob auch wirklich alle Passagiere in Sydney aussteigen müssen oder, ob die, die nach Taipei weiterfliegen nicht sitzen bleiben könne. Überraschung, nein, es geht nicht. Mittlerweile sind wir schon einundhalb Stunden in der Luft und ich male mir weiter Horrorszenarien aus und überlege mir noch bevor ich durch die Sicherheitkontrolle in Sydney gehe schnell mit dem Handy online über das Wifi am Flughafen von Sydney ein neues Visum zu beantragen. Theoretisch geht das nämlich tatsächlich ganz easy, zumindest, wenn man nicht auf das Flughafen Internet angewiesen ist und kein Handy hat, was schnell man einfach so abstürzt. Schließlich fasse ich mir ein Herz und erzähle der Stewardess, dass ich kein Visum habe. Es macht auch keinen Unterschied, ob ich schon am Flugzeug oder erst bei der Sicherheitskontrolle abgefangen (und eingesperrt) werde. Ich glaube, ich habe ziemlich verzweifelt ausgesehen, denn die Stewardess schaut mich mitleidig an und erklärt mir, dass ich doch automatisch ein Transitvisum bekomme. Mal wieder umsonst aufgeregt.

wenn auf reisen alles schief läuft schlechte negative erfahrungen

Das waren nun meine drei Geschichten, wobei zwei davon ja eigentlich völlig unnötiger Stress waren, aber das sieht man eben leider direkt in der Situation nicht. Grundsätzlich habe ich bei kleineren Dingen, die schief gelaufen sind, aber immer versucht positiv zu denken und mich wenigstens über eine spannende Geschichte zu freuen, die ich erzählen kann.

Ach, und dann war da noch die Situation als ich dachte, ich dürfte meinen Flug von Melbourne nach Auckland nicht antreten, weil ich ihn nicht bestätigt hatte, aber das ist eine andere Geschichte 🙂

Jetzt interessiert mich aber mal, was waren eure schlimmsten Situationen auf Reisen? Waren sie wirklich so schlimm oder auch im Nachhinein völlig überflüssiger Stress?

Liebe Grüße,

Ronja

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  1. Antworten

    Vicky

    13. Juli 2017

    Oh gott!! das mit dem Visum kann ich nur zu gut nachvollziehen!!!!

    • Antworten

      Ronja

      13. Juli 2017

      Ja, das waren wirklich ein paar ziemlich schreckliche Stunden für mich, wo ich doch ohnehin schon immer ein ziemliches Nervenbündel bin, wenn es um Visa etc. geht 🙂
      Lg Ronja

  2. Antworten

    Jana

    22. August 2017

    Haha, so eine Visums-Geschichte habe ich auch. Furchtbar, wie man sich selbst Panik macht, anstatt einfach in Ruhe nachzufragen. Aber solche Erfahrungen muss man machen 🙂

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