Mosambik

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„Also ein Visum an der Grenze bekommt ihr auf jeden Fall, die Preise wurden allerdings Ende Juli angezogen. Kostet jetzt 1500 Rand pro Person. Ihr braucht auf jeden Fall noch eine Haftpflichtversicherung für euer Auto, ohne die kommt ihr nicht über die Grenze. Am besten ihr schmiert den Kerl bei der Autovermietung auch damit er euch hilft, ohne übers Ohr gehauen zu werden über die Grenze kommen. Ach, und ihr braucht natürlich ein Warndreieck, zwei Warnwesten, ein Feuerlöschspray und einen Aufkleber für euer südafrikanisches Auto, aber das habt ihr ja, oder?“ Wir hatten gar nichts von all dem.
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Eigentlich hatten wir den Besitzer unserer Unterkunft in Komatipoort nur gefragt, ob man ein Visum an der Grenze bekommen könnte, weil sich das Internet diesbezüglich nicht ganz einig war und plötzlich standen wir vor ziemlich vielen Kosten, mit denen wir nicht gerechnet hatten.
Hatten wir doch schon 100 Euro dafür gezahlt, dass wir unseren Mietwagen überhaupt nach Mosambik mitnehmen dürfen und damit bereits ein Loch in unserer Reisekasse hinterlassen.
Was man in so einer Situation macht? Genau, eine Pro- und Kontraliste schreiben. Fünf Minuten später stand auf der Kontraseite allerdings nur, dass die ganze Aktion ziemlich teuer ist, während die Proseite von oben bis unten mit mehr oder weniger überzeugenden Gründen gefüllt war. Klare Entscheidung also.
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Auf dem Weg zur Grenze kauften wir uns also nun erstmal ein Warndreieck, zwei Warnwesten, ein Feuerlöschspray und einen Aufkleber und brillierten mit unseren in Südafrika erworbenen Verhandlungsfähigkeiten. Nach unserem Vorschlag (75 Rand: „Das ist alles, was wir haben“) und dem Vorschlag des Verkäufers (750 Rand: „Günstiger geht es nicht“) trafen wir uns letztendlich bei 250 Rand.

Nächstes Hindernis: An der Grenze die richtigen Grenzbeamten identifizieren. Eine Grenzuniform trug nämlich im Grunde jeder an der Grenze, ob er nun SIM-Karten oder Warndreiecke verkaufte oder eben auch nicht.

Mit unserem Gatepass in der Hand schlossen wir dann gehorsam unsere neue Haftpflichtversicherung ab. Angeblich zöge sie, sollten wir auf unserer Reise irgendwelche Menschen umfahren. Haben wir glücklicherweise nicht. Weil bisher alles so gut lief und wir erfolgreich alle SIM-Kartenverkäufer abgewehrt hatten, beschlossen wir kein Schmiergeld an den Versicherungsmenschen zu zahlen und unser Visum auf eigenen Faust zu beantragen. Irgendwo muss man ja schließlich auch mal sparen.

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Nach ein wenig hin und her fanden wir schließlich den Zuständigen für Visa on Arrival. Zwar war er nicht begeistert, dass wir ihn bei seiner Mittagspause um halb zehn störten, drückte uns aber zwei Formulare in die Hand und widmete sich wieder seinem Essen. Wir füllten sie aus. Er schaute sie an, tippte auf ein Feld, was wir vergessen hatten auszufüllen und verschwand. Wir füllten es aus, warteten für zehn Minuten und gaben sie ihm wieder. Wieder tippte er auf ein Feld, mit dessen Inhalt er noch nicht ganz zufrieden war und verschwand. Wir änderten es und nach zehn Minuten kam er wieder. Endlich schien er zufrieden zu sein und fragte nach dem Geld.
Gut vorbereitet, zog ich aus meinen beiden Hosentaschen jeweils 1500 Rand und zeigt sie ihm. Verdutzt schaute er mich an und ich ahnte etwas.
„Wie viel kostet denn das Visum?“, fragte ich.
– „1800 Rand für beide“.
Stellt sich heraus, dass die Nachricht über die Erhöhung der Gebühren noch nicht an der Grenze angekommen war.
Schnell steckte ich den einen Teil des Geldes wieder ein und gab ihm den anderen Teil zusammen mit unseren Reisepässen. Er machte jeweils ein Bild von uns. Möglicherweise bekam ich bei meinem einen Lachanfall.
Dann verschwand er mit unserem Geld und den Reisepässen. Etwas später lief er an uns vorbei nach draußen. Ohne unser Geld und ohne unsere Reisepässe.
1800 Rand ärmer und ohne Identität an der Grenze von Mosambik, was gibt es schöneres.

Nach 20 Minuten bekamen wir dann unserer Pässe dann doch wieder. Sogar mit einem Visum darin, inklusive eines Bildes, auf dem meine Mundwinkel ziemlich nach oben zucken.moasambik-roadtrip-ponta-do-ouro-reisebericht

So spannend unsere Grenzüberquerung nach Mosambik war, so entspannend waren unsere Tage in dem kleinen Ort Ponta do Ouro im Süden des Landes. Der Strand war schön, die Leute nett, das Frühstück (Pancakes!) köstlich und der Sonnenaufgang unvergesslich. Während der Ort im Sommer gefüllt ist mit südafrikanischen Urlaubern, war es ziemlich leer, als wir dort waren.

Der Grenzübergang zurück nach Südafrika, dieses Mal ein anderer, war übrigens sehr entspannt. So entspannt, dass es nicht mal jemandem gab, dem wir ein Warndreieck, zwei Warnwesten, ein Feuerlöschspray und einen Aufkleber verkaufen konnten. Das haben wir dann irgendwann zurück in Durban erledigt.

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Liebe Grüße,
Ronja

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